Ist das wahr?
Hat Jesus wirklich gelebt?
Fast alle Historiker der Antike sagen ja, auch viele, die keine Christen sind.
Manche sagen, Jesus habe nie gelebt. Historiker sehen das anders. Unter Fachleuten für die Antike, ob Christen oder nicht, gilt die Idee, dass es Jesus nie gab, als Randmeinung.
Ein gutes Beispiel ist Bart Ehrman. Er ist einer der bekanntesten Neutestamentler und selbst Agnostiker. Trotzdem hat er ein ganzes Buch geschrieben, um zu zeigen, dass Jesus ganz sicher gelebt hat. Gestritten wird darüber, was für ein Lehrer Jesus war, nicht ernsthaft darüber, ob es Ihn gab.
Neben dem Neuen Testament erwähnen einige römische und jüdische Autoren aus dem ersten und frühen zweiten Jahrhundert Jesus oder Seine Anhänger. Keiner von ihnen war Christ, manche waren offen feindlich. Für einen Mann aus einem kleinen Dorf am Rand des Römischen Reiches ist das erstaunlich viel.
Diese Quellen beweisen keinen Glauben. Sie zeigen etwas Einfacheres: Jesus war ein realer Mensch, unter Pontius Pilatus hingerichtet, und Seine Anhänger machten nach Seinem Tod weiter.
Die Forschung ist sich einig
Praktisch alle Fachleute lehnen die These ab, Jesus habe nie existiert. Der Agnostiker Bart Ehrman schreibt in Did Jesus Exist? (2012), was immer man sonst über Jesus denke, Er habe ganz sicher existiert.
Quellen
Tacitus, römischer Historiker (um 116 n. Chr.)
Als er beschreibt, wie Nero den Christen den Brand Roms (64 n. Chr.) anhängte, schreibt Tacitus, ihr Gründer Christus sei unter Tiberius vom Statthalter Pontius Pilatus hingerichtet worden (Annalen 15,44). Die meisten Forscher halten die Stelle für echt. Seine Quellen nennt er nicht, deshalb fragen manche, ob er nur wiedergibt, was Christen erzählten.
Quellen
Flavius Josephus, jüdischer Historiker (um 93/94 n. Chr.)
Josephus erwähnt Jesus zweimal in seinen Jüdischen Altertümern. Die längere Stelle (18,3,3) wurde von späteren christlichen Abschreibern sichtbar bearbeitet. Die Mehrheit der Forschung nimmt einen echten, kürzeren Kern an, eine Minderheit hält die ganze Stelle für eingefügt. Die zweite Stelle (20,9,1) nennt Jakobus den Bruder Jesu, der Christus genannt wird, und gilt fast einhellig als echt.
Quellen
Plinius der Jüngere, römischer Statthalter (um 110 n. Chr.)
Als Statthalter von Bithynien und Pontus fragte Plinius Kaiser Trajan, wie er mit Christen umgehen solle. Er berichtet, dass sie sich vor Sonnenaufgang trafen und Christus wie einem Gott ein Lied sangen (Briefe 10,96). Die Forschung hält den Brief für echt, eine neuere Studie vermutet aber spätere Einschübe im Text.
Quellen
Sueton, römischer Biograf (frühes 2. Jahrhundert)
Sueton schreibt, Nero habe die Christen bestraft und Claudius habe Juden aus Rom vertrieben, weil es wegen eines gewissen Chrestus Unruhen gab. Ob mit Chrestus Christus gemeint ist, ist umstritten. Dieser Beleg ist also schwächer.
Quellen
Der Talmud (mit Vorsicht)
Spätere jüdische Schriften erwähnen einen Jeschu, der am Vorabend des Passafestes hingerichtet wurde. Sie entstanden Jahrhunderte später, etwa im 3. bis 5. Jahrhundert, und es ist umstritten, ob überhaupt Jesus von Nazareth gemeint ist. Als verlässliche Geschichtsquelle über Ihn gelten sie meist nicht.
Quellen
Meine Verse
Nachdem schon viele es unternommen haben, eine Erzählung der Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind; so schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus, damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.
Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene, unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste.
Denn der König versteht diese Dinge sehr wohl, an ihn richte ich meine freimütige Rede. Denn ich bin überzeugt, dass ihm nichts davon unbekannt ist; denn solches ist nicht im Winkel geschehen!
Denn ich habe euch in erster Linie das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach der Schrift, und dass er begraben worden und dass er auferstanden ist am dritten Tage, nach der Schrift, und dass er dem Kephas erschienen ist, hernach den Zwölfen. Darnach ist er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erschienen, von welchen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Darnach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin.
Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Ich sah aber keinen der andern Apostel, außer Jakobus, den Bruder des Herrn.
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